Archiv der Kategorie: Aufklärung

18. Jh. – Robinsonaden an bewohnten und unbewohnten Gestaden

Der Hafen von Ponza

Der Hafen von Ponza

Was hier angeboten wird, ist wider Erwarten weder Überlebenskurs noch Pfahlbauerseminar, weder Aussteige- noch Naturfreundewoche, sondern eine philosophische Einführung in eine aus der Kraft der Vernunft geschaffene menschliche Gemeinschaft. Anhand der von den Bourbonenkönigen Neapels minuziös geförderten Besiedelung des klimatisch milden und landschaftlich reizvollen pontinischen Archipels nördlich von Ischia möchten wir an die Basis unseres modernen Vernunftstaates zurücksteigen und uns mit den Erfahrungen begeisteter “Aufklärer” beschäftigen. Wie war das damals, als alles herrlich, vernünftig, machbar und für den Menschen eingerichtet schien? Als der absolute Fürst zum Landesvater und Volkserzieher und der Mensch zum unbeschriebenen Blatt wurde? Als Rousseau die Natur zum wesentlichen Lehrmeister erklärte und Leibniz’ Monaden sich unfehlbar auf dem Weg zu Licht, Klarheit und Vollkommenheit befanden? Als man Klarheit, Sauberkeit und Abschaffung von Folter und Todesstrafe forderte? Diesen und anderen Fragen gehen wir in Lektionen, Lektüre und Gesprächen auf Streifzügen durch die Inseln, auf Bootsfahrten, an Aussichtsplätzen und in malerischen Buchten nach.
Die Schwerpunkte des Kurses liegen auf den konkreten Lebensbedingungen der Inselbewohner im 18. Jh. und auf den aufklärerischen Initiativen der ersten Bourbonen Süditaliens allgemein.

Dauer: Eine Woche
Ort: Insel Ponza (Latium)
Unterkunft: In einfachen Appartements
Reise: Individuell. Anreise bis Formia, Rückreise ab Formia.
Preis:

Mit Giacomo Leopardi durch die Region Marche

Eine Wanderung durch eine reiche Kulturlandschaft

In Amandola – zu Füssen der apenninischen Sibylle – brechen wir zu einer von weiten Kornfeldern, Weinbergen und Olivenhainen, aber auch von faszinierenden mittelalterlich-barocken Hügelstädtchen geprägten Wanderung auf. Unser Ziel ist Recanati, unweit der Adria, Heimatort eines der berühmtesten Dichter Italiens, Giacomo Leopardi (1798-1837), mit dem wir uns hauptsächlich beschäftigen wollen, indem wir Gedichte und Prosastücke (in guter deutscher Übersetzung vorliegend) lesen und entschlüsseln. Sein tiefer Pessimismus gegenüber dem Menschenschicksal reisst uns aus einer gewissen Wohlstandslethargie, entlarvt sowohl Vernunftseuphorie wie alternative Strömungen als Augenwischerei, lässt jeden Fortschrittsglauben an der menschlichen Unvollkommenheit zerschellen und mündet schliesslich in allumfassende Sinnfragen: “Wozu die vielen Lichter? Der unbegrenzte Raum wozu? Und jene endlose Himmelsweite? Was bedeutet solch tiefste Einsamkeit? Und was bin ich?”
Wir wandern von Stadtjuwel zu Stadtjuwel zwischen 3 und 4 ½ Stunden pro Tag, übernachten in Hotels mittlerer Qualität (auf Wunsch nur drei verschiedene Unterkünfte) und lassen unser Gepäck transportieren; wer sich müde fühlt, kann jederzeit unterbrechen oder ein Stück fahren.

Dauer: Eine Woche
Ort: Amandola (2N), Sarnano, S. Ginesio (2N), Macerata, Recanati
Unterkunft: In Mittelklasse-Hotels
Reise: Individuell. Anreise bis Civitanova Marche, Rückreise ab Ancona.
Preis