Archiv der Kategorie: Religiös-philosophische Kurse

Abschnitt 2 – Geschichte und Geschichten längs der Via Francigena

Auf diesem Abschnitt stösst die mittelalterliche Nord-Süd-Achse par excellence, die Via Francigena, in das Herz der Toskana vor. Mit Lucca und Siena werden zwei der reizvollsten Städte der gut 2000km langen Verbindung berührt, die ihren Aufstieg wesentlich der Strasse zu verdanken hatten. Dazwischen durchquert diese das einst wegen Banditen und Sümpfen berüchtigte Arnotal, trifft auf faszinierende mittelalterliche Städte wie San Miniato, San Gimignano und Colle Val d‘ Elsa, auf ummauerte Burgorte wie Monteriggioni, auf Klosteranlagen und romanische Kirchen. Die hügelige Natur mit den klassischen Olivenhainen, Weinbergen, Zypressen- und Pinienalleen macht das Wandern zum reinen Vergnügen, die jüngst wieder zum Leben erwachten historischen Residenzen laden zum Verweilen, die Geschichtsträchtigkeit der Strasse reisst die Horizonte auf, und alles zusammen weitet unsere Seele. Und wenn Siena einmal hinter uns liegt, dann weitet sich die Landschaft, die Felder werden schier unendlich, Erosion zerfrisst die Hänge, Vulkane erheben sich – mal schroff und bewaldet, mal sanft und kultiviert. Und so tauchen wir ein in die warmen Schwefelquellen des Monte Amiata, in die lauen Fluten toskanischer Bäche, in die kühlen Wogen des grössten Vulkansees Europas!  Und treffen unterwegs – in Pienza, aber auch an den einladensten Picknickplätzen in freier Natur – den Tausendsassa Enea Silvio Piccolomini alias Pius II., den Humanisten und ersten Papst mit einem neuen Umweltbewusstsein. Bis zum Seekurort Bolsena werden wir darüberhinaus nach Rom reisende Könige, Bankiers und Künstler, nach Jerusalem ziehende Kreuzritter und Pilger kennenlernen und den Robin Hood Italiens, den Raubritter Ghino di Tacco zu Worte kommen lassen.

Die Länge der Teilnahme an diesem Abschnitt ist frei wählbar: Von einem Tag bis zu den gesamten 23 Tagen – wie Sie wünschen! Bei An- bzw. Abreiseorten ausserhalb Luccas oder Orvietos bitten wir Sie, sich mit uns in Verbindung zu setzen.

Datum: 3. – 26. September 2020
Ort: Lucca, Pozzeveri (2N), S. Miniato, Gambassi, S. Gimignano, Colle Val d’Elsa, Castel Pietraio, Fungaia, Siena (2N), Lucignano, Buonconvento, Castel d’Asso, Castelmuzio, Pienza, Bagno Vignoni (2N), Abbadia di S. Salvatore (2N), Proceno, Acquapendente, Bolsena
Unterkunft: In originellen Mittelklasse-Hotels, in Agriturismo-Betrieben, in Klöstern
Reise: Individuell. Zu Beginn: Anreise bis Lucca; am Schluss: Rückreise ab Orvieto.
Preis: Pro Tag CHF 185.- (bis 10 Tage, ab 11. Tag CHF 100.-)

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Abschnitt 1 – Die Frau im Zeitalter des Aufbruchs

In täglich vier- bis fünfstündigen Wanderungen verlassen wir die Poebene südlich von Reggio Emilia, steigen in die Burgenlandschaft der Herren und Damen von Canossa, überqueren den Apennin auf den Wegen der Mathilde und ihrer Mutter und erreichen zuletzt Lucca, die einstige Hauptstadt der Markgrafschaft Toskana.
Wir durchstreifen eine weitgehend ursprüngliche Berglandschaft, an der Hektik und Ultramoderne spurlos vorübergegangen zu sein scheinen: Noch immer ragen mächtig die Mauern der Burgen der Canossa in den Himmel, stehen unerschütterlich Klöster und Kirchen aus der Zeit des kirchlichen Aufbruchs, ist Gastfreundschaft kein leeres Wort. Der Zeitenlauf hat eine Auszeit genommen, was sich bewegt, ist einzig die Erde; Entwicklungsboom, Investitionen und Massentourismus sind Fremdwörter, Vergangenheit lebt auf Schritt und Tritt, die wenigen Menschen nehmen einander wahr.
In dieser archaischen Gegend stellen wir deren grosse Dominatorin, Mathilde von Canossa in den Mittelpunkt. In ihren Burgen, Klöstern und Kirchen, auf ihren Wegen und in den Quellenberichten ihrer Zeit versuchen wir der Herzogin, Amazone, Reformerin auf die Spur zu kommen, um durch sie den Blick auf die Rolle der Frau zu Beginn der Neuzeit auszuweiten.

Datum: 23. August bis 3. September 2020
Ort: Quattro Castella, Rossena/Canossa (2N), Castello di Sarzano, Carpineti, Toano, Frassinoro, San Pellegrino in Alpe, Barga, Borgo a Mozzano, Lucca
Unterkunft: In Mittelklassehotels, B&Bs, Pilgerherbergen
Reise: Individuell bis Reggio Emilia und ab Lucca
Preis: 1950.- (2050.-/1850.-) bei 11 Nächten

Wer uns nur auf einer Teilstrecke begleiten kann, der möge sich wegen der An- und Abfahrt und des Preises mit uns in Verbindung setzen.

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Auf der Frankenstrasse vom Jura zum Genfersee

Mit ganz neuer Intensität soll auf diesen Wanderungen Geschichte Gegenwart werden, soll der «genius loci», die Seele der erwanderten Orte, zum Sprechen gebracht werden. So stossen wir in Pontarlier auf Leute, die das Weite gesucht haben, aber auch auf Opfer, die der allmächtige Staat hierher verbannt hat. Auf grosse Reisende, Freiheitshelden und Gesellschaftskritiker wie den Grafen von Mirabeau oder Heinrich von Kleist. Wir sinnieren über Krieg und Frieden, über die Antriebskräfte der menschlichen Tatkraft, ehe wir uns in Yverdon grundsätzlichen pädagogischen Thesen eines Pestalozzis, eines Fröbels, eines Rousseaus stellen. In der Einsamkeit der Jurahöhen und des oberen Val de Travers wenden wir uns von der Welt ab, geben dem Rückzug Raum und lassen uns von  eigentümlichen Geistern und Feen verzaubern. Später – in der verkanalisierten Ebene der Orbe und der Venoge – vernetzen wir uns wieder mit der ganzen Welt, verbinden erneut die angelsächsische Welt mit dem Süden, spüren grenzenüberschreitenden Militärkarrieren nach, Bernischem Offensivdrang, ohne zu vergessen, auf Friedensinitiativen einzugehen, die uns von den Schwestern des Franziskus, aber auch von medizinischer Seite zukommen.  Die Pilgerhauptstadt Lausanne ruft uns den Wegcharakter unserer Existenz ins Bewusstsein.
Weite Jurahöhen werden abgelöst von märchenhaften Tälern und Schluchten, ehe wir mal durch fruchtbare Ebenen, mal auf geheimnisvollen Wegen an die Gestade des grössten Sees Westeuropas gelangen. Die einzeln reservierbaren Etappen sind Pontarlier-Lac du Pont (25.), Château de Joux-Sainte-Croix (26.), Abstecher in die Feenhalde und ins Val de Travers (27.), Sainte-Croix-Yverdon (28.), Yverdon-Orbe (29.), Orbe-Romainmôtier (30.), Romainmôtier-La Sarraz (1.), La Sarraz-Cossonay (2.), Cossonay-Saint-Sulpice (Lac, 3.).

Datum:
Ort: Lac de Saint-Point, Les Rasses, Yverdon, Orbe, Romainmôtier, La Sarraz, Cossonay

Unterkunft: In Mittelklassehotels
Reise:  Anfahrtsmöglichkeit ab Bern mit Kleinbus. Rückreisemöglichkeit von Lausanne bis Bern mit Kleinbus. Tägliche An- und Abreisen individuell.
Preis:

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Giacomo Leopardi und seine christliche Umgebung

Ausgehend von Italiens angeblichem Hauptort zur Zeit des fränkischen Grossreiches, von San Claudio al Chienti (Provincia di Macerata), erkunden wir die Zisterzienser in Fiastra, die Augustiner in Tolentino, Maria in Loreto, die Franziskaner in verstreuten Konventen, ohne zu vergessen, dem Dichter Giacomo Leopardi aus Recanati den Ehrenplatz einzuräumen. Sein tiefer Pessimismus gegenüber dem Menschenschicksal reisst uns aus einer gewissen Wohlstandslethargie, entlarvt sowohl Vernunftseuphorie wie alternative Strömungen als Augenwischerei, lässt jeden Fortschrittsglauben an der menschlichen Unvollkommenheit zerschellen und mündet schliesslich in allumfassende Sinnfragen: «Wozu die vielen Lichter? Der unbegrenzte Raum wozu? Und jene endlose Himmelsweite? Was bedeutet solch tiefste Einsamkeit? Und was bin ich?»

Datum:
Ort: San Claudio al Chienti (MC)

Unterkunft: In gehobenem Mittelklassehotel
Reise: Individuell. Anreise bis Civitanova Marche, Abreise ab Civitanova Marche
Preis:

 

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Auf der Frankenstrasse von St. Maurice nach Aosta

Vier- bis fünfstündige Wanderungen auf der bedeutendsten Pilger- und Kaiserstrasse. Bei voraussichtlich schlechtem Wetter Verschiebung oder Absage!

img_4817 Nach Besichtigung der ältesten noch bewohnten Abtei der Schweiz gelangen wir nach Martigny, um die Alpenüberquerung in Angriff zu nehmen. Statt nun der stark befahrenen, internationalen Verkehrsachse zu folgen, wählen wir die Route über den idyllischen Lac de Champex, das reizende Val Ferret mit seinen Schluchten, den Col de Fenêtre mit seiner bezaubernden Seen- und Sumpflandschaft, ohne deshalb auf eine
Uebernachtung auf der Passhöhe des Grossen St. Bernhards verzichten zu müssen. Der Abstieg auf der italienischen Seite des Passes über Saint-Rhémy-en-Bosses nach Aosta – teilweise auf historischen Wasserleitungen – gehört zu den Höhepunkten des gesamten Pilgerweges.

Die Anstiege sind stetig, aber nie exzessiv, die Abstiege von mässiger Steilheit. Sowohl vor als auch nach dem Grossen St. Bernhard besteht die Möglichkeit zur individuellen Verkürzung. Unser Gepäck wird wie immer ins nächste Hotel gebracht. Die die Wanderung unterbrechenden Lektionen widmen sich einigen historischen Alpenüberquerungen und nehmen die kulturellen Anregungen längs des Weges auf.

Datum:
Ort: Martigny, Champex, Ferret, Grosser Sankt Bernhard, Etroubles, Aosta

Unterkunft: In Mittelklassehotels, einmal in Berghaus
Reise: Mit Kleinbus von und nach Bern
Preis:

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Assisi: Franziskus, die Fresken Giottos, umbrische Kochtöpfe und Olivenhaine

Leichte Wanderungen in und um Assisi.

S.Francesco-Kirche, Assisi

S.Francesco-Kirche, Assisi

Wir wandern oder spazieren auf den Spuren des Poverello, dessen radikale Schritte unsere Weltsicht noch heute umzukrempeln vermögen, wir versenken uns in die Fresken eines weltberühmten Kirchenbaus und lassen belastete oder verstaubt wirkenden Bilder aus der Bibel zu neuem Leben finden, wir kochen unter sympathischer Anleitung umbrische Gerichte auf Olivenölbasis, und wir durchstreifen Olivenhaine, Rebgüter, Buschwälder, aber auch Assisi und andere ummauerte Städtchen. Wir wohnen und verpflegen uns in einer von Olivenbäumen umgebenen Villa aus dem 17. Jahrhundert.  

Das genaue Programm mit der Bestimmung von Schwerpunkten wird während der Einführungsveranstaltung in Linden festgelegt.

Datum:
Ort:
Assisi
Unterkunft: In herrschaftlicher Villa
Reise: Individuell. Anreise bis Assisi, Rückreise ab Assisi.
Preis:

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Die Albanerberge im Hinterland von Rom

Pulsierende Stadt und idyllische Kraterlandschaft in einem. Leichte Wanderungen nach Absprache. Bezaubernde Unterkunft am Albanersee.

img_4433Wir durchstreifen die geheimnisvollen Ruinen des einstigen Tusculum, erwecken die Conti di Tuscolo mit ihren sieben Päpsten wieder zum Leben, entdecken römische Megazisternen und sonstige Unterwelten, versteckte
Aquaedukte der berühmten römischen Wasserleitungen, Katakomben mit intakten Gräbern und voller Fresken und ein Museum für verschwundene Schiffe. In Grottaferrata stossen wir auf das einzige italienische Kloster, das seit tausend Jahren von griechischen Mönchen geführt wird, in Frascati auf pompöse Villen und weissen Wein, in Nemi auf Erdbeeren und den Mummelsee Roms. Anlässlich unseres Abstechers nach Palestrina kommen wir in den Genuss des weltberühmten römischen Nilmosaiks.
In diesem kulturellen Feuerwerk liegt der Schwerpunkt auf der Antike, von der wir einzigartige  Zeugnisse (!) zu Gesicht bekommen. Unsere Unterkunft in einer Villa am Albanersee kann sich zwar nicht mit den kaiserlichen Residenzen der Umgebung messen, lädt aber dank seiner aussergewöhnlichen Lage, den blumigen Terrassen und schattenspendenden Lauben zum Verweilen und zum Bade.
Der Kurs setzt keine eigentlichen Wanderleistungen voraus, er gleicht diesbezüglich eher einer Romwoche.  Wer aber gerne wandert, kann dies einbringen und wird nicht zu kurz kommen.

Datum:
Ort
: Albanersee (Rom)

Unterkunft: Villa am See
Reise: Individuell. Anreise bis Albano, Abreise ab Albano
Preis:

 

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Auf der Frankenstrasse von Pavia nach Berceto (Cisa-Pass)

Eine vier- bis fünfstündige Wanderung durch den emilianischen Apennin

Die langobardische Haupt- und italienische Krönungsstadt Pavia ist erstmals Beginn unserer Wanderungen auf der Frankenstrasse. Sie führt uns auf den Spuren des irischen Mönchtums nach Bobbio, wo der grosse Kolumban ein Kloster gegründet und seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Wer war dieser Mann? Unterwegs – entsprechend dem tiefsten menschlichen Wesen – und doch Klostergründer, der Natur landabringender Kulturarbeiter und Förderer des gemeinschaftlichen Gebetes wie die Benediktiner, aber auch Asket und Einsiedler wie die Wüstenmönche, gar Missionar und Lehrer wie die Priester der Weltkirche: Bischof, Abt und Menschenbildner in einem! Auf Bobbio folgen die charakteristischen Apenninenorte Bardi und Borgo Val di Taro, die durchwanderte Landschaft bietet von Flussidylle am Zusammenfluss von Ticino und Po, über die Weinberge des Oltrepo Pavese bis zum Weideland der Bergebiete und den ausgedehnten Waldgebieten der Apenninenkämme ein weites Spektrum. Wir lernen ein Italien kennen, das ohne Touristenströme seine einstige Einfachheit und unverfälschte Herzlichkeit weitgehend bewahrt, und fühlen uns immer wieder in die eigene Vergangenheit zurückversetzt. Entsprechend sind die Unterkünfte eher schlicht und die Abendessen reich an örtlichen Spezialitäten.

Ort: Pavia, Colombarone, Pometo, Bobbio, Coli, Nicelli, Groppello, Bardi, Osacca, Borgo Val di Taro, Berceto
Unterkunft: In B&B- und Agriturismobetrieben und in einfachen Mittelklasse-Hotels
Reise: Individuell bis Pavia und ab Berceto
Preis:

Frauen, die Geschichte schrieben: Mathilde von Canossa – eine Herrscherin zu Beginn der Neuzeit

Die Burg Carpineti

Die Burg Carpineti

Eine Apenninwanderung durch das Hausgut der Gräfin Mathilde von der Emilia in die Toskana

Für diejenigen, die sich vor allem wandernd einer der grossen Frauen des Mittelalters nähern wollen, bieten wir neben Kurs A2 einen weiteren zum Thema Mathilde von Canossa an. In täglich vier- bis fünfstündigen Wanderungen verlassen wir die Poebene südlich von Reggio Emilia, steigen in die Burgenlandschaft der Herren und Damen von Canossa, überqueren den Apennin auf den Wegen der Mathilde und ihrer Mutter und erreichen zuletzt das mittelalterliche Kleinod Barga in der Toskana.
A2-2Wir durchstreifen eine weitgehend ursprüngliche Berglandschaft, an der Hektik und Ultramoderne spurlos vorübergegangen zu sein scheinen: Noch immer ragen mächtig die Mauern der Burgen der Canossa in den Himmel, stehen unerschütterlich Klöster und Kirchen aus der Zeit des kirchlichen Aufbruchs, ist Gastfreundschaft kein leeres Wort. Der Zeitenlauf hat eine Auszeit genommen, was sich bewegt, ist einzig die Erde, Entwicklungsboom, Investitionen und Massentourismus sind Fremdwörter, Vergangenheit lebt auf Schritt und Tritt, die wenigen Menschen nehmen einander wahr.

IMG_3572In dieser archaischen Gegend stellen wir deren grosse Dominatorin, Mathilde von Canossa in den Mittelpunkt. In ihren Burgen, Klöstern und Kirchen, auf ihren Wegen und in den Quellenberichten ihrer Zeit versuchen wir der Herzogin, Amazone, Reformerin auf die Spur zu kommen, um durch sie den Blick auf die Rolle der Frau zu Beginn der Neuzeit auszuweiten und den grossen Aufbruch der Kirche des 11.Jahrhunderts aus nächster Nähe mitzuerleben.

Ort: Quattro Castella, Rossena (2N), Casina, Carpineti (2N), Toano, Frassineto, S. Benedetto in      Alpe, Barga
Unterkunft: In einfachen und Mittelklasse-Hotels, B&Bs und einmal in Agriturismo-Betrieb
Reise: Anfahrt individuell bis Parma, Rückfahrt individuell ab Parma
Preis:

Römische Adelsgeschlechter und ihr Hang zur Weltgeschichte

Eine Wanderung im südlichen Latium

Ein Conti schuf die mittelalterliche Universität, ein Caetani verkündete die päpstliche Weltherrschaft und rief das erste christliche Jubiläum aus, ehe er von einem Colonna geohrfeigt und das Mittelalter schallend verabschiedet wurde. Ein anderer Colonna befriedete den Kirchenstaat und schuf die Basis für die Renaissance in Rom, und wieder ein Colonna rettete Europa vor den Türken. Über das Papsttum stiegen kleine römische Landadlige zu unerhörter Macht auf, ihre Privataffairen und Familienfehden erschütterten Europa, ihre Skandale und Charakterschwächen beeinflussten die Weltgeschichte.

Wir richten in dieser Wanderwoche, die durch die Hausmacht der Colonna, Conti und Caetani führt (4-5stündige Wanderzeit in hügligem Gelände, Gepäck wird transportiert, Kleinbus steht zur Verfügung), unser Augenmerk auf die Familie Caetani und auf die dramatischen Ereignisse Ende des 13. Jahrhunderts (Einbruch der Neuzeit mit dem Ende der Kreuzzüge und der mittelalterlichen Kaiseridee und dem Aufkommen des Nationalismus und der Nationalkirche), wenden unseren Blick aber auch der beeindruckenden Überlebenskunst der Familie zu, die sie noch im 20. Jahrhundert Hauptdarsteller sein lässt! Dank spektakulärer historischer Zeugnisse (allem voran die einzigartigen Gartenanlagen, aber auch Abteien, Kathedralen, Burgen, Paläste, Stadt- und poligonale Befestigungen) werden wir ein Stück mittelalterlicher Geschichte lebendig erfahren, bzw. erlaufen. Auf die mal karge, mal bewaldete Berglandschaft der Provinz Frosinone folgen die Olivenhaine, die steil ins Meer abfallenden Felsenriffe und die weiten Sandstrände Latinas.

Dauer: Eine Woche
Ort:  Fumone (2N), Anagni, Cori (2N), Sermoneta (2N)
Unterkunft: In Mittelklasse-Hotels
Reise: Individuell. Anreise bis Ferentino, Rückreise ab Latina.
Preis: