Archiv der Kategorie: Religiöse Orden

Giacomo Leopardi und seine christliche Umgebung

Ausgehend von Italiens angeblichem Hauptort zur Zeit des fränkischen Grossreiches, von San Claudio al Chienti (Provincia di Macerata), erkunden wir die Zisterzienser in Fiastra, die Augustiner in Tolentino, Maria in Loreto, die Franziskaner in verstreuten Konventen, ohne zu vergessen, dem Dichter Giacomo Leopardi aus Recanati den Ehrenplatz einzuräumen. Sein tiefer Pessimismus gegenüber dem Menschenschicksal reisst uns aus einer gewissen Wohlstandslethargie, entlarvt sowohl Vernunftseuphorie wie alternative Strömungen als Augenwischerei, lässt jeden Fortschrittsglauben an der menschlichen Unvollkommenheit zerschellen und mündet schliesslich in allumfassende Sinnfragen: «Wozu die vielen Lichter? Der unbegrenzte Raum wozu? Und jene endlose Himmelsweite? Was bedeutet solch tiefste Einsamkeit? Und was bin ich?»

Datum:
Ort: San Claudio al Chienti (MC)

Unterkunft: In gehobenem Mittelklassehotel
Reise: Individuell. Anreise bis Civitanova Marche, Abreise ab Civitanova Marche
Preis:

 

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Assisi: Franziskus, die Fresken Giottos, umbrische Kochtöpfe und Olivenhaine

Leichte Wanderungen in und um Assisi.

S.Francesco-Kirche, Assisi

S.Francesco-Kirche, Assisi

Wir wandern oder spazieren auf den Spuren des Poverello, dessen radikale Schritte unsere Weltsicht noch heute umzukrempeln vermögen, wir versenken uns in die Fresken eines weltberühmten Kirchenbaus und lassen belastete oder verstaubt wirkenden Bilder aus der Bibel zu neuem Leben finden, wir kochen unter sympathischer Anleitung umbrische Gerichte auf Olivenölbasis, und wir durchstreifen Olivenhaine, Rebgüter, Buschwälder, aber auch Assisi und andere ummauerte Städtchen. Wir wohnen und verpflegen uns in einer von Olivenbäumen umgebenen Villa aus dem 17. Jahrhundert.  

Das genaue Programm mit der Bestimmung von Schwerpunkten wird während der Einführungsveranstaltung in Linden festgelegt.

Datum:
Ort:
Assisi
Unterkunft: In herrschaftlicher Villa
Reise: Individuell. Anreise bis Assisi, Rückreise ab Assisi.
Preis:

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Auf den Spuren Carlo Levis in der Basilicata

Eine Wanderreise durch eine vielschichtige Region

Während Christus nur bis Eboli (Campania) kam, landete der Turiner Arzt und Maler Carlo Levi in der Abgeschiedenheit der zerfressenen Hügelzüge der Basilicata. Sein autobiographischer Roman über die Zeit seiner Verbannung unter den Faschisten Mussolinis soll uns Einstieg in die wenig bekannte italienische Region und Auslöser für eine Beschäftigung mit den Problemen Süditaliens sein. So gehen wir den Fragen nach, wie es zu dem jahrelangen Brigantentum kommen konnte und warum die „questione del sud“ noch heute aktuell ist. Nebenbei werfen wir einen Blick auf die östliche Mönchskultur der Basilianer, die Apulien und die Basilicata über Jahrhunderte mit ihrer Höhlenkultur prägten. Unsere Reise mit vielen variablen Wandermöglichkeiten beginnt in der einstigen Normannenhochburg Melfi, wendet sich sogleich dem mächtig aufragenden Monte Vulture zu mit seinen dunklen Vulkanseen und den Zeugnissen benediktinischer Präsenz und folgt dann der Berglandschaft des Grenzgebiets zu Campanien vom Adlerhorst San Fele ins Bergstädtchen Muro Lucano. Weiter geht es nach Castelmezzano in die Zone der ausgefransten Berge und der tollkühnen Engelsflüge. Die Einheimischen nennen sie ihre Dolomiten.

Ausflüge bringen uns in die weite Erosionslandschaft der südlichen Basilicata, wo auch Carlo Levis Exilorte Grassano und vor allem Aliano zu finden sind. Höhepunkt und Abschluss unserer Entdeckungen bilden die Felsenhöhlengebiete rund um die  Kulturhauptstadt Europas 2019 Matera, in deren Höhlenmäandern wir viermal und gar nicht mal unbequem nächtigen. Von Matera aus erreichen wir Felsenkirchen, Geisterstädte und das einst griechisch geprägte Ionische Meer.

Je besser man zu Fuss ist, desto intensiver wird die Begegnung mit der Landschaft. Dennoch eignet sich die Reise auch für weniger Marschtüchtige, da die Wanderungen individuell gestaltbar sind.

Empfohlene Lektüre: Carlo Levi, Christus kam nur bis Eboli

Datum: 3. bis 16. Mai 2020
Ort
: Melfi, Lago di Monticchio, Muro Lucano, Castelmezzano (4N), Stigliano (2N), Matera (4N)

Unterkunft: In Mittelklassehotels und Appartements
Reise: Individuell. Anreise bis Foggia, Abreise ab Bari
Preis: 2250.- (2350.- / 2150.-)

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Auf der Frankenstrasse von Pavia nach Berceto (Cisa-Pass)

Eine vier- bis fünfstündige Wanderung durch den emilianischen Apennin

Die langobardische Haupt- und italienische Krönungsstadt Pavia ist erstmals Beginn unserer Wanderungen auf der Frankenstrasse. Sie führt uns auf den Spuren des irischen Mönchtums nach Bobbio, wo der grosse Kolumban ein Kloster gegründet und seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Wer war dieser Mann? Unterwegs – entsprechend dem tiefsten menschlichen Wesen – und doch Klostergründer, der Natur landabringender Kulturarbeiter und Förderer des gemeinschaftlichen Gebetes wie die Benediktiner, aber auch Asket und Einsiedler wie die Wüstenmönche, gar Missionar und Lehrer wie die Priester der Weltkirche: Bischof, Abt und Menschenbildner in einem! Auf Bobbio folgen die charakteristischen Apenninenorte Bardi und Borgo Val di Taro, die durchwanderte Landschaft bietet von Flussidylle am Zusammenfluss von Ticino und Po, über die Weinberge des Oltrepo Pavese bis zum Weideland der Bergebiete und den ausgedehnten Waldgebieten der Apenninenkämme ein weites Spektrum. Wir lernen ein Italien kennen, das ohne Touristenströme seine einstige Einfachheit und unverfälschte Herzlichkeit weitgehend bewahrt, und fühlen uns immer wieder in die eigene Vergangenheit zurückversetzt. Entsprechend sind die Unterkünfte eher schlicht und die Abendessen reich an örtlichen Spezialitäten.

Ort: Pavia, Colombarone, Pometo, Bobbio, Coli, Nicelli, Groppello, Bardi, Osacca, Borgo Val di Taro, Berceto
Unterkunft: In B&B- und Agriturismobetrieben und in einfachen Mittelklasse-Hotels
Reise: Individuell bis Pavia und ab Berceto
Preis:

Weiter, immer weiter: die Peregrinatio als Zeichen permanenten Exils

Eine Wanderung auf den Fährten des irischen Mönchtums in Oberitalien

 Unterwegs – entsprechend dem tiefsten menschlichen Wesen, und doch Klostergründer, der Natur landabringende Kulturarbeiter und Förderer des gemeinschaftlichen Gebetes wie die Benediktiner, aber auch Asketen und Einsiedler wie die Wüstenmönche, gar Missionare und Lehrer wie die Priester der Weltkirche: Bischöfe, Äbte und Menschenbildner in einem!

Auf unserer Wanderung vom emilianischen Apenninenkloster Bobbio (Todesort des charismatischen Kolumban, Lehrmeister von Gallus, dem Gründer des Klosters St.Gallen) zum Mittelmeerkloster S. Fruttuoso bei Portofino in Ligurien versuchen wir dem Geheimnis dieses “totalen”, allumfassenden Christentums auf die Spur zu kommen, um Verborgenes im eigenen Menschsein wie auch im Dunkel der Geschichte zu entdecken.

Die bergige Wegstrecke bei 4-6 stündiger täglicher Wanderzeit setzt eine gewisse Kondition voraus, ist aber individuell verkürzbar. Die Tagesetappen werden durch Lektionen, Picknick und Besichtigungen mehrmals unterbrochen und Ihr Gepäck wird – wie immer – transportiert.

Dauer: 8-10 Tage
Ort: Bobbio, Corte Brugnatella, Ferriere, S. Stefano d’Aveto, Berzonasca, S. Colombano, Portofino
Unterkunft: In Mittelklasse-Hotels
Reise: Individuell. Anreise bis Piacenza, Rückreise ab Rapallo.
Preis: 

Tätiges Gebet

Auf den Spuren der Zisterzienser im südlichen Latium

Diese leichte Wanderung durch die bezaubernde Frühlingslandschaft der Provinzen Frosinone und Latina lässt uns französische Gotik im Süden Roms entdecken. Wir begegnen der lichtvollen Schlichtheit der Zisterzienser, ihrer tiefgehenden Sprache der reinen Architektur, ihrer Konkretisierung geistiger Erkenntnis in beeindruckenden Abteien, in weltlichen Kirchenbauten, in selbstbewussten Stadtquartieren. Wir stossen auf Rodungen und Entsumpfungen, auf Aufforstung und revolutionäre landwirtschaftliche Produktionsmethoden, die auf die Grauen Brüder zurückgehen. Ihr charismatischer Führer, Bernhard von Clairvaux, brachte es fertig, dass Adlige wie verachtete Bauern Äcker umgruben, Gelehrte in eisigen Kirchen Psalmen sangen und Kaiser und Könige in einen katastrophal endenden Kreuzzug zogen. Der inhaltliche Schwerpunkt des Kurses soll auf der Modernität der Zisterzienser liegen, die das 12. Jh. durch ihre Öffnung zur Rationalität, zur Liebesmystik und zur Umwelt wesentlich zu prägen vermochten.

Die 3-4 stündigen Hügelwanderungen können individuell verkürzt werden, die Besichtigungen von Stadt- und Klosteranlagen stehen im Vordergrund und der Rythmus des Kurses ist gemächlich. Spektakuläre “Nebenprodukte” unserer Reise sind die mächtigen poligonalen Befestigungsanlagen von Veroli, Alatri und Ferentino und voraussichtlich – bei ruhigem Seegang – ein Abstecher auf die Insel Zannone mit ihrer zerfallenen Zisterzienserabtei.

Dauer: 10 Tage
Ort: Casamari (4N), Fossanova (4N), Isola di Ponza (2N)
Unterkunft: Im Gästehaus des Klosters Casamari, in der Klosteranlage Fossanova und in Mittelklassehotel
Reise: Individuell. Anreise bis Frosinone, Rückreise ab Formia.
Preis: 
 

Die Altväter der Wüste und die Anfänge der Mönchsbewegung

In klösterlicher Umgebung und an der Wirkungsstätte der orientalischen Wüstenheiligen Santo Spes und Sant’Eutizio, unweit der Heimat des Ordensgründers Benedikt von Nursia, wollen wir die Fleischtöpfe Ägyptens, die Ziegelfabriken der Nützlichkeit, das Schiefe und Halbe unserer stressgeprägten Welt hinter uns lassen, auf die geschwätzigen Sorgen des Alltags, auf die Errungenschaften unseres Egos verzichten, um einen Abstecher in die Einsamkeit, ins Feuer der Wüste, in die seltsame Welt der geistigen Wettstreiter zu wagen.

Wir wohnen in der Abbazia di Sant’Eutizio im umbrischen Apennin, innerhalb des sibyllinischen Naturparks, wandern, ruhen, lesen Texte der Wüstenväter und versuchen deren Botschaft zu erspüren.

Dauer: Eine Woche (ohne Juli, August)
Ort: Piedivalle (Umbrien)
Unterkunft: In der Abbazia di Sant’Eutizio
Reise: Individuell. Anreise bis Foligno, Rückreise ab Foligno.
Preis: 

Umbrische Bilderwelt

Eine leichte Wanderung von Assisi nach S. Pietro in Valle

Auf dieser malerischen Wanderung von den olivenüberzogenen Hängen der weiten umbrischen Ebene in die waldreiche Enge der Valnerina (Valle del Nera) wollen wir Fresken von Kirchen und Palästen zum Sprechen bringen. Höhepunkte sind die Giotto-Fresken Assisis, die romanisch ausgemalte Abteikirche San Pietro in Valle, die Kapelle Baglioni in Spello mit dem Hauptwerk Pinturicchios, Filippo Lippi und wieder Pinturicchio im Dom von Spoleto. Volksnahe Fresken in wenig bekannten Kirchen, freskenartige Landschaften und faszinierende mittelalterliche Städte runden das Bild ab.

Die Wanderzeit dürfte zwischen 2 und 4 Stunden betragen (Ihr Gepäck wird transportiert, individuelle Unterbrechungen und Verkürzungen sind jederzeit möglich!); bei schlechtem Wetter sind Fahrten zu Museen und Bilderzyklen in der weiteren Umgebung vorgesehen. Unterkünfte und Abendessen gehören zu den Höhepunkten des gesamten Kursprogrammes!

Dauer: Eine Woche
Ort: Assisi (3N), Trevi, Campello, Spoleto, Scheggino
Unterkunft: In Villen und Hotels gehobener Mittelklasse
Reise: Individuell. Anreise bis Foligno, Rückreise ab Foligno.
Preis: 

Franziskanische Bilderwelt

Nach der Wiedereröffnung der Franziskus -Kirche in Assisi ein einzigartiges Freskenerlebnis

Wir versenken uns in die Fresken eines weltberühmten Kirchenbaus und tauchen ein in den seltsam aktuellen mittelalterlichen Kosmos. Belastete oder verstaubt wirkende Bilder aus der Bibel werden lebendig und sprechen eine neue Sprache.

In der genauen Beobachtung der Bilder, ihrer Ausrichtung und Anordnung versuchen wir, uns von Vorurteilen und Verkürzungen zu befreien, um zu einer echten Begegnung mit den Objekten unserer Betrachtung zu gelangen. Wir wollen so unsere Umwelt aufwerten und ihrer Bedeutung für uns nachspüren.

Nach Absprache sind ergänzend kleinere Ausflüge und Wanderungen in der Umgebung vorgesehen. Es besteht auch die Möglichkeit, sich in die umbrische Küche einführen zu lassen und / oder an der Olivenernte teilzunehmen (in Kombination mit dem Kurs über die Oliven). Sie wohnen in einer herrschaftlichen Villa vor den Toren Assisis.

Dauer: Eine Woche
Ort: Assisi
Unterkunft: In herrschaftlicher Villa
Reise: Individuell. Anreise bis Assisi, Rückreise ab Foligno.
Preis:

Einführung in die franziskanische Spiritualität

Wer ist dieser Franziskus, dessen radikales Weniger unbeschreibliches Mehr, dessen weltumgreifender Gehorsam Freiheitsrausch, dessen kompromissloser Ausstieg begeisterter Einstieg wird? Was fanden Umwelt- und Kirchenpäpste an ihm, dass sie ihn zu ihrem Patron erklärten? Was ist das Wesentliche seiner Botschaft jenseits aller Instrumentalisierung, Verherrlichungen und aufbauenden Beschönigungen? Und nicht zuletzt: Wie lässt sich dieses Wesentliche in unsere Zeit, in unser Leben übertragen?

Um diesem Geheimnis ein wenig näherzukommen, wandern wir auf Franziskus’ Spuren, lesen und vertiefen seine Texte und versuchen ihm vor allem in der Kunst zu begegnen. Schwerpunkte des Kurses sollen die Bilderzyklen der jüngst wieder hergestellten Kirchen des Heiligen in Assisi, bzw. in Montefalco sein.

Sie wohnen – nach Absprache – in einem ruhigen, gut heizbaren Kurszentrum im hügeligen Hinterland von Assisi oder von Città di Castello (Tibertal).

Dauer: Eine Woche
Ort: Assisi oder Città di Castello
Unterkunft: Kurszentrum im Hinterland von Assisi oder Città di Castello
Reise: Individuell. Anreise bis Assisi, Rückreise ab Assisi.
Preis: