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Weiter, immer weiter: die Peregrinatio als Zeichen permanenten Exils

Eine Wanderung auf den Fährten des irischen Mönchtums in Oberitalien

 Unterwegs – entsprechend dem tiefsten menschlichen Wesen, und doch Klostergründer, der Natur landabringende Kulturarbeiter und Förderer des gemeinschaftlichen Gebetes wie die Benediktiner, aber auch Asketen und Einsiedler wie die Wüstenmönche, gar Missionare und Lehrer wie die Priester der Weltkirche: Bischöfe, Äbte und Menschenbildner in einem!

Auf unserer Wanderung vom emilianischen Apenninenkloster Bobbio (Todesort des charismatischen Kolumban, Lehrmeister von Gallus, dem Gründer des Klosters St.Gallen) zum Mittelmeerkloster S. Fruttuoso bei Portofino in Ligurien versuchen wir dem Geheimnis dieses “totalen”, allumfassenden Christentums auf die Spur zu kommen, um Verborgenes im eigenen Menschsein wie auch im Dunkel der Geschichte zu entdecken.

Die bergige Wegstrecke bei 4-6 stündiger täglicher Wanderzeit setzt eine gewisse Kondition voraus, ist aber individuell verkürzbar. Die Tagesetappen werden durch Lektionen, Picknick und Besichtigungen mehrmals unterbrochen und Ihr Gepäck wird – wie immer – transportiert.

Dauer: 8-10 Tage
Ort: Bobbio, Corte Brugnatella, Ferriere, S. Stefano d’Aveto, Berzonasca, S. Colombano, Portofino
Unterkunft: In Mittelklasse-Hotels
Reise: Individuell. Anreise bis Piacenza, Rückreise ab Rapallo.
Preis: 

Tätiges Gebet

Auf den Spuren der Zisterzienser im südlichen Latium

Diese leichte Wanderung durch die bezaubernde Frühlingslandschaft der Provinzen Frosinone und Latina lässt uns französische Gotik im Süden Roms entdecken. Wir begegnen der lichtvollen Schlichtheit der Zisterzienser, ihrer tiefgehenden Sprache der reinen Architektur, ihrer Konkretisierung geistiger Erkenntnis in beeindruckenden Abteien, in weltlichen Kirchenbauten, in selbstbewussten Stadtquartieren. Wir stossen auf Rodungen und Entsumpfungen, auf Aufforstung und revolutionäre landwirtschaftliche Produktionsmethoden, die auf die Grauen Brüder zurückgehen. Ihr charismatischer Führer, Bernhard von Clairvaux, brachte es fertig, dass Adlige wie verachtete Bauern Äcker umgruben, Gelehrte in eisigen Kirchen Psalmen sangen und Kaiser und Könige in einen katastrophal endenden Kreuzzug zogen. Der inhaltliche Schwerpunkt des Kurses soll auf der Modernität der Zisterzienser liegen, die das 12. Jh. durch ihre Öffnung zur Rationalität, zur Liebesmystik und zur Umwelt wesentlich zu prägen vermochten.

Die 3-4 stündigen Hügelwanderungen können individuell verkürzt werden, die Besichtigungen von Stadt- und Klosteranlagen stehen im Vordergrund und der Rythmus des Kurses ist gemächlich. Spektakuläre “Nebenprodukte” unserer Reise sind die mächtigen poligonalen Befestigungsanlagen von Veroli, Alatri und Ferentino und voraussichtlich – bei ruhigem Seegang – ein Abstecher auf die Insel Zannone mit ihrer zerfallenen Zisterzienserabtei.

Dauer: 10 Tage
Ort: Casamari (4N), Fossanova (4N), Isola di Ponza (2N)
Unterkunft: Im Gästehaus des Klosters Casamari, in der Klosteranlage Fossanova und in Mittelklassehotel
Reise: Individuell. Anreise bis Frosinone, Rückreise ab Formia.
Preis: 
 

Der franziskanische Aufbruch

Wanderung in einem fremdartigen Mittelitalien

An den freundlich-liebreizenden Gestaden des umbrischen Lago Trasimeno brechen wir auf, geraten in verlassene, geheimnisvolle Waldgebiete und in unbekannte, in ferner Vergangenheit schlummernde Burgorte, ehe wir durch bizarre Erosionslandschaften in die unendliche, gelbe Weite abgeernteter toskanischer Kornfelder vorstossen.

Auf dieser Panorama-Wanderung dehnen wir unseren Horizont bis in die ferne Mongolei und beschäftigen uns anhand von Originaltexten des Reisenden Fra Giovanni di Pian del Carpine (Magione/Trasimeno) mit dem grossen franziskanischen Aufbruch des 13. Jahrhunderts und seiner revolutionären Aufwertung der Umwelt. Dazu werden wir den Roman “Die Tatarenwüste” von Dino Buzzati lesen und in einer kühnen Synthese Verbindungen zu uns herstellen. Lassen Sie sich überraschen!

Wir sind täglich ca. 4-5 Std. wandernd unterwegs, übernachten in guten Mittelklasse-Hotels und lassen uns auch kulinarisch verblüffen. Das Gepäck wird transportiert, und wer müde sein sollte, kann sich jederzeit fahren lassen.

Dauer: Eine Woche
Ort: Monte del Lago (2N), Panicale, Ficulle (2N), San Casciano dei Bagni, Radicofani
Unterkunft: In Mittelklasse-Hotels und zweimal in Agriturismo-Betrieb
Reise: Individuell. Anreise bis Magione, Rückreise ab Chiusi.
Preis:

Auf der Frankenstrasse von Berceto nach Lucca

Marmorberge bei Massa/Carrara - A5

Marmorberge bei Massa/Carrara

Eine Wanderung der Abwechslungen, der Szenenwechsel, der Horizontveränderungen erwartet uns: Reizvolle, bald byzantinisch-mittelalterlich bald barock geprägte Städtchen am Hang und im Talgrund der Magra, der mächtige Riegel der Apenninen, aber auch sanfte Hügellandschaften und flache Passagen um die einst mächtige römische Hafenstadt Luni, eine Bergetappe ob Massa mit Blick auf die Marmorfelsen und das Meer, ursprüngliche Wege durch Reben und Olivenhaine, Klöster und uralte Landkirchen abseits des grossen Verkehrs und kulturelle Höhepunkte wie Sarzana, Pontremoli, Camaiore und natürlich Lucca. Auf diesem Abschnitt der “Via Francigena” durchschreiten wir mit der Lunigiana ein Stück weniger breitgeschlagene Toskana, immer offen für versteckte

Tellaro

Tellaro

Schönheiten und verwunschene Gebiete. Spektakulärer Höhepunkt der Reise bilden wohl

Wanderung am und Schifffahrt im Golf der Dichter vor La Spezia und der Besuch der Insel Palmaria. Der rote Faden, der unsere Reise durchzieht, soll sich ums Thema „Aufbruch“ – in den verschiedensten Lesarten – drehen.

Die Wanderetappen dauern drei bis fünf Stunden, können aber individuell verkürzt werden. Das Gepäck wird wie immer transportiert, ein Kleinbus steht auch für Regentage zur Verfügung

Ort: Berceto, Pontremoli,  Aulla, Bocca di Magra (3N), Massa, Pietrasanta, Camaiore, Lucca
Unterkunft: In der Regel in Mittelklasse-Hotels
Reise: Individuell. Anreise bis Berceto, Rückreise ab Lucca.
Preis:

 

Auf der Frankenstrasse von der Toskana in den Kirchenstaat

Wanderung und Badespass zwischen Siena und Bolsena auf dem bedeutendsten aller Pilgerwege

Siena

Siena

Tauchen wir ein in die warmen Schwefelquellen des Monte Amiata, in die lauen Fluten toskanischer Bäche, in die kühlen Wogen des grössten Vulkansees Europas! Beschmieren wir uns mit rheumavertreibendem Schlamm, graben wir uns ein im schwarzen Sand, duschen wir in den Spalten schneeweisser Travertingletscher! Und machen wir uns auf die Beine, ziehen auf der wichtigsten aller mittelalterlichen Pilgerachsen von der glanzvollen Stadt Siena bis in den Seekurort Bolsena und lernen so im Bade amtierende Päpste, nach Rom reisende Könige und Künstler, nach Jerusalem ziehende Kreuzritter und Pilger kennen. Historische Unterkünfte, Burgen als Zeugnis der Bedeutung der Strasse, fränkische Abteien, romanisch-gotische Kirchenkleinode und mittelalterliche Stadtrepubliken, dazwischen immer wieder endlos scheinende Felder, wilde Waldgebiete und die klassisch toskanischen Zypressenalleen: All dies schafft das würdige Umfeld für ein ganz besonderes Reiseerlebnis.

Die heissen Quellen von Bagni di S.Filippo

Die heissen Quellen von Bagni di S.Filippo

Der thematische Schwerpunkt wird in Absprache mit den Teilnehmern festgelegt. Die eher leichte (3-4 Stunden täglich, Höhenunterschiede max. 350m) Wanderung kann individuell fast immer problemlos verkürzt werden.

Dauer: 12 Tage
Ort: Siena (2N), Lucignano, Buonconvento, Bagnacci, Pienza, Bagno Vignoni (2N), Abbadia S. Salvatore (2N), Acquapendente, Bolsena
Unterkunft: In der Regel in Mittelklasse-Hotels
Reise: Individuell. Anreise bis Siena Rückreise ab Orvieto
Preis:

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18. Jh. – Robinsonaden an bewohnten und unbewohnten Gestaden

Der Hafen von Ponza

Der Hafen von Ponza

Was hier angeboten wird, ist wider Erwarten weder Überlebenskurs noch Pfahlbauerseminar, weder Aussteige- noch Naturfreundewoche, sondern eine philosophische Einführung in eine aus der Kraft der Vernunft geschaffene menschliche Gemeinschaft. Anhand der von den Bourbonenkönigen Neapels minuziös geförderten Besiedelung des klimatisch milden und landschaftlich reizvollen pontinischen Archipels nördlich von Ischia möchten wir an die Basis unseres modernen Vernunftstaates zurücksteigen und uns mit den Erfahrungen begeisteter “Aufklärer” beschäftigen. Wie war das damals, als alles herrlich, vernünftig, machbar und für den Menschen eingerichtet schien? Als der absolute Fürst zum Landesvater und Volkserzieher und der Mensch zum unbeschriebenen Blatt wurde? Als Rousseau die Natur zum wesentlichen Lehrmeister erklärte und Leibniz’ Monaden sich unfehlbar auf dem Weg zu Licht, Klarheit und Vollkommenheit befanden? Als man Klarheit, Sauberkeit und Abschaffung von Folter und Todesstrafe forderte? Diesen und anderen Fragen gehen wir in Lektionen, Lektüre und Gesprächen auf Streifzügen durch die Inseln, auf Bootsfahrten, an Aussichtsplätzen und in malerischen Buchten nach.
Die Schwerpunkte des Kurses liegen auf den konkreten Lebensbedingungen der Inselbewohner im 18. Jh. und auf den aufklärerischen Initiativen der ersten Bourbonen Süditaliens allgemein.

Dauer: Eine Woche
Ort: Insel Ponza (Latium)
Unterkunft: In einfachen Appartements
Reise: Individuell. Anreise bis Formia, Rückreise ab Formia.
Preis:

Auf den Spuren der Zisterzienser im Süden Frankreichs

Eine Reise mit Wanderungen vom Lac de Bourget bis zur Insel Port- Cros
IMG_3203Unsere gemeinsame Reise beginnt am Bahnhof in Bern, wo wir in den Kleinbus steigen, der uns nach Aix-les-Bains an den Lac de Bourget bringt. Per Schiff sollten wir die Abtei von Hautecombe erreichen, der Mutterabtei von Fossanova, mit der wir unsere Spurensuche der Zisterzienser im Süden Frankreichs beginnen wollen. Dem See entlang wandern wir zu unserem ersten Übernachtungsort Le Bourget-du-lac. Dann geht es weiter ins Département Drôme zur einstigen Abtei von Léoncel, eingebettet in eine idyllische Berglandschaft, und zur noch immer bestehenden Abtei von Aiguebelle, der klösterlichen Heimat der algerischen Mönche des Films “Des Hommes et des Dieux”. Über La Garde Adémar stossen wir nach Vaucluse in die Römerstadt Vaison-la-Romaine an die Hänge des Côtes-du-Rhône vor. Wir durchqueren Carpentras, gedenken Jean-Henry Favres, blicken auf den Mont Ventoux und übernachten im päpstlichen Venasque. Und schon nähert sich ein zisterziensischer Höhepunkt, das lavendelüberzogene und noch bewohnte Sénanque. Zum Luberon gehört bereits die Burgfeste Gordes, einst keltisches Oppidum, zu den schönsten Orten Frankreichs zählend. Wir überqueren das Lubéron-Gebirge und treffen an der Durance auf die Zisterzienseranlage von Silvacane. Nun wenden wir uns nach Osten. An Aix-en-Provence vorbei durch die weite Hügellandschaft der Provence geht es zur Abtei von Thoronet, dem Schlusspunkt unserer Begegnungen mit den Zisterziensern. Doch die Reise ist noch nicht zu Ende: Wie einst im Latium erreichen wir auch diesmal das Meer und stechen in See. Von Le Lavandou aus bringt uns ein Schiff auf die Insel Port-Cros (Parc National), die wir durchstreifen wollen.
Der thematische Schwerpunkt dieses Kurses liegt auf dem 12. Jahrhundert, dem “Jahrhundert der Zisterzienser” , auf der zisterziensischen Spiritualität und der charismatischen Figur Bernhards von Clairvaux und seiner Einbettung in die französische Geschichte.
Das Gepäck wird wie immer transportiert, die Wanderungen variieren zwischen zwei und gut vier Stunden, wobei individuelle Verkürzungen möglich sind. Auf der Rückreise ist ein Halt beim berühmten Kloster Ganagobie mit seinen schönen Bodenmosaiken – oberhalb der Durance zwischen Manosque und Sisteron – vorgesehen.

Ort: Le Bourget, Léoncel, Bonlieu-sur-Roubion, Vaison-la-Romaine, Venasque, Ménerbes, La Roque d‘ Anthéron, Le Thoronet, Le Lavandou (2N)
Unterkunft: In Mittelklasse-Hotels und Klöstern
Reise: Mit Kleinbus ab Bern
Preis: